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Tribute to Totalitarianism - Extreme Aggression (Germany) |
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Tuesday, 29 April 2008 |
Im immerhin schon zwölften Jahr der Bandgeschichte präsentieren die durch viele Line-Up-Wechsel in ihrer Entwicklung immer wieder ausgebremsten IZEGRIM endlich ihren zweiten Longplayer. „Tribute to Totalitarianism“ bietet spannenden, ziemlich eigenständigen Thrash Metal, der zwar grundlegend oldschoolig daherkommt, aber sich auch nicht scheut, mal kurz in andere Richtungen zu schauen. Ein wenig Death Metal hier, ein paar rockige Passagen da und gern auch mal eine ausführliche, intensive Melodie. In Sachen Geschwindigkeit wird nicht übertrieben, sondern eher kraftvoll mit mittlerem Tempo operiert. Viele gelungene Leads, die sich angenehm unaufdringlich und wirkungsvoll in die Songs einfügen und sie bereichern, tragen zu einem gelungenen Metal-Album bei. IZEGRIM lassen ihre Songs sehr entspannt laufen, an der langen Leine sozusagen. Der Drang, ein wenig (oder gern auch etwas mehr...) den Kopf im Takt zu bewegen, stellt sich automatisch ein und verschwindet freiwillig nicht mehr.
Was „Tribute to Totalitarianism“ leider immer wieder fehlt, ist die ungehemmte Aggressivität, die vom Thrash Metal zu erwarten ist. Oft ist Kristiens Gesang, der sich allerdings vor niemandem verstecken muss und sich locker in die Spitzengruppe des Genres einreiht, das einzig aggressive Element in den Songs. Das Drumming wirkt eine Spur zu zahm, die Gitarren etwas zu rockig und sauber. Diesen Kritikpunkt müssen sich IZEGRIM zwar anhören, andererseits sind die zehn Songs durchgängig überdurchschnittlich gut und bieten einiges an Wiedererkennungs- und Ohrwurmpotential. Und viele Bands scheitern daran, einfach nur die Schnellsten, Härtesten und Brutalsten sein zu wollen und auf ein ausgereiftes Songwriting zu scheißen. Beide Herangehensweisen haben selbstverständlich ihre Berechtigung und sollen hier nicht diskutiert werden... Es ist ja auch nicht so, dass die vorliegende Platte ein sanftes Schmusekätzchen wäre, die Krallen werden durchaus gezeigt. Nur werden sie eben nicht gnadenlos so lange in den Hals der Beute geschlagen, bis dieses zur Unkenntlichkeit zerfetzt im Blute liegt.
Hoch interessant ist auf jeden Fall das Konzept der Platte. Der Name spricht für sich und ist selbstverständlich sarkastisch gemeint (ist ja auch kein Supertrue Elite ÜberBlack Metal hier...). Es beleuchtet die gesellschaftlichen Schattenseiten unserer Zeit, an der Grenze zur Plakativität wird in der politischen Führungsclique der USA der Hauptgegner aus- und nieder gemacht. Durch die EU-Sterne auf der Rückseite des Digipacks wird aber klargestellt, dass der Feind in Übersee nur als Stellvertreter für ein verdorbenes System als Ganzes steht. Im ewigen Kampf, ob der Metal sich ein politisches Engagement leisten darf oder nicht, darf getrost die nächste Runde eingeläutet werden...
Alles in allem ist „Tribute to Totalitarianism“ ein sehr gutes Thrash Metal-Album, das Blastpurist/innen vor einem blinden Kauf erstmal antesten sollten. Wer aber starke, ausgereifte Songs in einem guten Soundgewand hören will und von Melodien keine Stresspickel kriegt, liegt hier mit Sicherheit nicht falsch.
Peter
http://www.extreme-aggression.de
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