|
|
|
|
Synoré - Scarred for life (Germany) |
|
|
|
|
Friday, 31 August 2007 |
Geht es anfangs erstmal etwas verspielt und hopplahopp los, baut sich nach dreißig Sekunden auf dem Debütalbum von MAGNACULT eine Wand auf, für die das Adjektiv „fett“ absolut zutrifft. Das ganze ist corig aufgebaut und erinnert hier und da in den melodischen Momenten an die schwebenden Göttermelodien, wie sie MESHUGGAH Anfang/ Mitte der Neunziger etabliert haben.
Der Gesang hat zum Glück nichts aus dem Hardcore-Lager geerbt, sondern bewegt sich ständig auf purem Death Metal-Niveau. Alles in allem sehr gute Voraussetzungen für ein modernes und spannendes Crossover Album, das sich Stilelemente ohne Berührungsängste ausleiht. Diese Methode, die so typisch für unsere Zeit ist und die viel zu lange gebraucht hat, um sich zu etablieren (warum brauchen Musiker und Fans eigentlich immer so lange, um im Kopf ein wenig freier zu werden?), gebiert einen hochinteressanten Bastard nach dem anderen. Wie auch das vorliegende Album.
„Kris“, der vierte Song des Albums geht nach der Hälfte denn auch in einen fast schon epischen Ausklang über, der in verschiedene Explosionen und ähnliche Soundspielereien mündet. Passt hervorragend zur postapokalyptischen, nuklear zerstörten Coverszenerie. Es folgt ein Groovemonster nach dem anderen, in die sich immer wieder melodische Gitarrenleads einschleichen, die das Salz in der Suppe ausmachen. Man wartet förmlich in jedem Song darauf, was für eine Idee dieses Mal die Krone auf das Stück aufsetzt. Das ganze Album verlässt nie den Midtempobereich, es wird nicht einmal Thrash-Geschwindigkeit erreicht, Blasts etc. sind der Band sowieso völlig fremd. Wie gesagt, es handelt sich um groovige, fette Walzen, die die Trommelfelle wuchtig, aber nachhaltig massieren. Das Album hat eine Spieldauer von 35:59 Minuten, was ich absolut begrüße. Mein Credo (möge es überall gehört werden): Vierzig Minuten auf die Zwölf und eine hohe Ideendichte sind mir JEDERZEIT lieber, als dass dieselbe Ideenanzahl auf Deibel komm raus auf 75 Minuten ausgewalzt wird. Das ist dann eben wie „zu wenig Butter auf zuviel Brot gestrichen“. Bilbo, du sprichst mir aus dem Herzen!
Die Produktion ist - na ratet mal - fett und sauber und transportiert die musikalische Absicht der Band hervorragend. Die Holländer produzieren auf „Synoré“ alles andere als Käse, ich würde das Werk auch BOLT THROWER-Fans empfehlen, obwohl MAGNACULT doch schon deutlich vertrackter und abwechslungsreicher zu Werke gehen als die englische Panzerdivision. Andererseits, wem MESHUGGAH in der jüngeren Vergangenheit zu vertrackt und unzugänglich erscheinen, aber auf die eine oder andere MESHUGGAH´sche Melodie nicht verzichten will, kann sich hiermit mal versuchen. „Synoré“ gewinnt zwar keinen Innovationspreis, ist aber ein weiterer Schritt einer jungen und hungrigen Band zur Fortführung, Perfektionierung und Facettenanreicherung eines Genrezweigs. Ein respektables Erstwerk, das zumindest mich keine Sekunde lang gelangweilt hat und deshalb hoffentlich seine Käufer finden wird
www.baldymod.de |
|