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Violence Divine - Metalnews (Germany) PDF Print E-mail
Tuesday, 04 November 2008
prey for nothing


"Vorbildsdebüt!"

Mit PREY FOR NOTHINGs „Violence Divine“ begegnet uns dieser Tage zur Abwechslung wieder einmal ein Debüt-Album, was an sich zumindest in dem Punkt gut ist, dass man frei drauf los hören und nicht mit einem Eindruck der Enttäuschung oder Verbesserung zu kämpfen hat, was Vorgänger angeht. Die Israelis haben sich den Melodic Death auf die Fahne geschrieben und liefern zumindest bei mir eine vorzeigbare Platte ab…

Mit langen Intros wird jedenfalls keine Zeit verschwendet und der Opener „Cowardice“ spielt sich direkt ins Herz des geneigten Genre-Fans, der vielleicht sogar von bekannten Eigenkopien und mutierten Pop-Death-Metallern so langsam die Schnauze voll hat. PREY FOR NOTHING haben trotz ihrer Herkunft einen gewissen skandinavischen Touch, zerfließen allerdings nicht eine Sekunde lang in ausgelutschtem Göteborg-08/15-Stil. Man hangelt sich [semi]progressiv von Riff zu Riff, thrasht ordentlich vom Leder und liefert allein gitarrentechnisch ein solides Grundgerüst ab. Wer übrigens der Progressivität im Ansatz zugeneigt ist, wird mit den Verspieltheiten und Taktakrobatiken von Songs wie „Breach“ seine helle Freude haben. Aber klappt das auch mit dem Sound? Zugunsten dessen war hier übrigens Jacob Hansen [unter anderem und aktuell für den Sound von VOLBEAT verantwortlich] als Produzent am Werk, was man der Scheibe an mancher Stelle durchaus anhört. Ein großes Stück Dänemark in israelischem Melo-Death eben. Zwar trübt so mancher, übermäßig getriggerte Drumpart ein wenig das Freudenbild [man nehme als Beispiel „Overture Of Dust“, was allerdings ansonsten als sehr feine, vertrackte Komposition durchgeht], aber alles in allem werden PREY FOR NOTHING sicher mehr als nur dem ein oder anderen ein abwechslungsreiches, mühevoll erarbeitetes und sehr schön umgesetztes Hörerlebnis bieten, wenn man ihnen denn die Chance auf einen CD-Player-Platz bieten möchte.

Ich mach’s kurz: Persönlich hatte ich den Melodic Death Metal für mich schon mehr oder weniger abgeschrieben, doch nicht zuletzt durch Bands wie INTO ETERNITY kam die alte Leidenschaft immer mal wieder auf. PREY FOR NOTHING sind weitere, eindeutig Schuldige in der Liste der Newcomer, die dafür sorgen, dass das Genre nicht ausgelutscht in der Ecke verwest. Feine Scheibe und als Debüt mehr als nur respektabel.

5.5 von 7

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