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Darkday Carnival - Splitted (Germany) PDF Print E-mail
Sunday, 18 February 2007
Cypher review Darkday Carnival

Aus dem Land der genoptimierten Tomaten erreicht uns eine Thrashmetal-Granate, die selbst Harry Wijnfoord vor seinen Slimfast-Zeiten ins Wanken gebracht hatte. CYPHER`s Debut-CD "Darkday Carnival" glanzt nicht nur durch ein sehr schickes und auch farblich auffallendes Digipack-Cover, auch was die vier Hollander auf Silberling geprugelt haben, kann sich horen lassen. Irgendwo zwischen Testament, Carnal Forge und den Landsmannern von Gorefest siedelt sich diese Scheibe an, die kraftig nach vorne losprescht und dieses Tempo auch bis zum Schluss gnadenlos durchzieht. Immer auf den Punkt, immer auf die Glocke, so gehort sich das.

Leider ist genau diese Starke auch gleichzeitig das Manko an dem Album. Schon beim ersten Hordurchlauf vermisst man nach einer gewissen Zeit die Entspannung furs Ohr. Jeder Song fur sich ist so konzipiert, das Maximum an Brutalitat herauszuholen. Das funktioniert fur zwei bis drei Songs mehr als nur gut, sondern hervorragend, aber dann ist der Punkt erreicht, an dem man sich wunschte, es wurde auch mal nicht ganz so schnell, nicht ganz so brachial, einfach mal etwas ruhiger zu Werke gehen.

Auf diese Augenblicke wartet man auf dem Album vergeblich, daher nur noch einmal, um es auf den Punkt gebracht zu haben: wer sich bei CYPHER ausruhen will, der muss mit Taubheit bestraft sein oder eine defekte Stereoanlage haben. Konzentrieren wir uns also wieder auf das, was die Jungs zu bieten haben: eine deftig rockende Mischung aus Death- und Thrashmetal, die obendrein mit einem kraftigen Soundgewand auftrumpfen kann. Schwachpunkte im Songwriting, in der Beherrschung der Instrumente oder in der Produktion kann man lange ergebnislos suchen, was das betrifft, geben sich CYPHER keinerlei Blosse.

Auch der Gesang weiss mit kratzigem Gebrull und tiefen Growls zu uberzeugen, und Frontmann T zeigt, dass man auch durch die Ablenkung eines Mikrofons durchaus wacker an der Gitarre Riffs runterschroten kann.

Mit etwas mehr Einfuhlungsvermogen und dem Gespur fur eine in sich abgerundete Platte hatte "Darkday Carnival" ein absoluter Kracher sein konnen. So allerdings muss gesagt werden, dass die Songs als Einzelstucke jeder fur sich betrachtet einfach nur brutal rocken, uber die gesamte Lange der Platte aber mangels Abwechslung nicht mehr die Wirkung erzielen, die sie separat gespielt potentiell hatten. Das ware durch gelegentliche "Ruhepausen" durchaus machbar gewesen. Trotzdem ist CYPHER mit diesem Debut ein richtiger Knall gelungen, der ihnen hoffentlich Turen und Tore offnet, um dann auf dem Folgealbum auch mal eine etwas ruhigere Kugel zu schieben.

http://www.splitted.de

 
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