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Shredz at an exhibition - Baby Blaue (Germany) PDF Print E-mail
Wednesday, 14 March 2007
Paul Clark

Beim Albumtitel "Shredz at an Exhibition", noch dazu, wenn es sich um das Soloalbum eines Gitarristen handelt, kann man schon gemischte Gefuhle bekommen. Mir standen auf jeden Fall sofort endlose, rasend schnelle Gitarrensoli vor dem geistigen Ohr, die alles wegfegen und so nur ein einziger 'Show Off' dabei herauskommt.

Das vorliegende Album von Paul Clark, seines Zeichens seit 1994 Lead-Gitarrist der David Cross Band, lasst solche Vorurteile allerdings schnell vergessen. Paul Clark ist eben nicht nur ein "Shredder", sondern auch ein Schlagzeuger, ein Komponist und ein klassisch ausgebildeter Musiker. So gelingt ihm ein Werk voller sinfonischem Wildwuchs, mit naturlich dominanter Gitarre, aber eben richtigen Kompositionen. "Shredz at an Exhibition" versteht sich als Gang durch eine Gallerie, jeder Song vertont ein bestimmtes Bild. Ob das treffend gelingt, zeigt einem ein Blick ins Booklet, in dem die Bilder aufgelistet sind. Paul Clark verfasst auch jeweils ein paar Gedanken zu seiner musikalischen Umsetzung.

Fur den Liebhaber zarter, filigraner Musik ist das hier allerdings nichts... Clark stellt naturlich die Gitarre in den Mittelpunkt. Wilde Soli, dabei auch gelegentliche Shredding-Ausfluge, lange elegische Parts, sich windende Melodiebogen, hochfliegende sinfonische Ausbruche beherrschen die teilweise recht langen Kompositionen. Clark versteht es aber mit geschickt programmierter Orchestrierung fur Volumen und den Eindruck eines zur Umsetzung angetretenen 'realen' Orchesters zu sorgen. Dazu spielt der gelernte Schlagzeuger eben auch jenes, so das kein Eindruck der elektronischen Sterilitat aufkommt. Allerdings schopft Clark durchwegs immer aus dem vollen, so dass gewaltige Musikberge den Horer formlich zu erschlagen drohen. Aber immer wenn man meint, jetzt ist es zuviel, rettet sich Clark mit einem Gitarrensolo aus der Bombast-Umklammerung und weiter geht's. Einziger Ruhepol ist das wirklich traurig-düstere "Requiem". Wobei allerdings "Virtus Juaxit Mors Non Seperabit" noch mit mittelalterlichen Klangen aufgepeppt wird.

Trotzdem ist das alles nicht nur hohler Bombast. Es scheint, dass Clarks Kompositionen genugend Gehalt besitzen, so dass immer wieder gerne zu hort. Die Musik schafft es Gefuhle, Atmosphare, Dramatik der zugrunde liegenden Bilder durchaus zu transportieren. Also, wer mal wieder so richtig in wildem Gitarrenspiel gepaart mit einer ordentlichen Portion sinfonischem Bombast baden will, der ist hier richtig und durfte richtig Spass haben. Wer gegen sowas avers ist... macht einen grossen Bogen. Mir macht's Spass!

Punkte 10/15

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